Grafikdesign für Print: Farbräume, Druckdaten, Formate
Vom Bildschirm aufs Papier: wie Sie Flyer, Plakate und Booklets druckfertig anlegen, mit CMYK, Beschnitt, ausreichender Auflösung und sauberem PDF.
Webdesign und Grafikdesign für Print haben dieselben Wurzeln: Raster, Typografie, Farbe und Bild. Auf dem Papier gelten aber andere technische Regeln. Wer einen Flyer am Bildschirm entwirft und das Ergebnis ungeprüft an die Druckerei schickt, erlebt oft Überraschungen: stumpfe Farben, weiße Ränder, angeschnittene Texte. Dieser Ratgeber erklärt, worauf es bei Druckdaten ankommt.
RGB und CMYK
Bildschirme erzeugen Farben additiv aus rotem, grünem und blauem Licht. Je mehr Licht, desto heller, alle drei zusammen ergeben Weiß. Im Offset- und Digitaldruck wird subtraktiv gemischt: Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz (Key, daher CMYK) werden als Farbpunkte auf das Papier gebracht und schlucken Licht. Der CMYK-Farbraum ist kleiner als der RGB-Farbraum eines Bildschirms. Ein leuchtendes Bildschirm-Violett oder ein Neongrün lässt sich deshalb nur annähernd drucken.
Für die Praxis heißt das:
- Druckprojekte von Anfang an in CMYK anlegen oder rechtzeitig mit dem passenden Farbprofil umwandeln.
- Das Farbprofil der Druckerei verwenden. In Europa sind für gestrichenes Papier Profile auf Basis der FOGRA-Standards verbreitet, für ungestrichenes Papier andere. Die Druckerei nennt das passende Profil.
- Den Gesamtfarbauftrag beachten, also die Summe der vier Farbanteile. Zu viel Farbe trocknet schlecht. Auch hier gibt die Druckerei einen Höchstwert vor.
- Für tiefes Schwarz auf großen Flächen ein Tiefschwarz aus Schwarz plus Anteilen der anderen Farben nutzen, für kleinen Text dagegen reines Schwarz, damit nichts verwackelt.
Sonderfarben
Manche Farben werden nicht aus CMYK gemischt, sondern als eigene, fertig angemischte Farbe gedruckt. Das bekannteste System dafür ist Pantone. Sonderfarben lohnen sich, wenn eine Markenfarbe auf allen Drucksachen exakt gleich aussehen soll oder wenn Effekte wie Gold, Silber oder Neon gebraucht werden. Sie kosten aber mehr, weil eine zusätzliche Druckform nötig ist. Was RGB, CMYK und Sonderfarben unterscheidet, vertieft auch der Ratgeber Farbgestaltung.
Formate, Beschnitt und Sicherheitsabstand
Jede Drucksache hat drei wichtige Maße:
- Endformat: die Größe nach dem Schneiden, zum Beispiel DIN A5.
- Beschnittzugabe: rundum meist 2 bis 3 Millimeter, in die Hintergründe und randabfallende Bilder hineinlaufen.
- Sicherheitsabstand: ein Rand innerhalb des Endformats, häufig 3 bis 5 Millimeter, in dem keine wichtigen Texte oder Logos stehen sollten.
Häufige Formate im Überblick:
| Format | Endmaß in mm | Typische Verwendung |
|---|---|---|
| DIN A4 | 210 × 297 | Briefbogen, Infoblatt, Broschüre |
| DIN A5 | 148 × 210 | Flyer, Postkarte groß, Broschüre |
| DIN A6 | 105 × 148 | Postkarte, Flyer klein |
| DIN lang | etwa 99 × 210 | Flyer für Briefumschläge |
| Visitenkarte | häufig 85 × 55 | Kontaktdaten |
| CD-Booklet | 120 × 120 | Booklet für CD-Hüllen |
Die genauen Maße, insbesondere bei DIN lang, Visitenkarten und CD-Verpackungen, unterscheiden sich je nach Druckerei und Produkt leicht. Laden Sie deshalb immer die Datenblätter oder Vorlagen der Druckerei herunter.
Auflösung von Bildern
Für den Druck zählt, wie viele Pixel auf jeden Zoll der Druckfläche kommen. Die verbreitete Faustregel lautet 300 dpi in Endgröße. Ein Foto, das auf einem A5-Flyer die volle Breite von 148 Millimetern plus Beschnitt füllen soll, braucht demnach etwa 1.800 Pixel Breite. Bei großen Plakaten, die man aus einigen Metern Entfernung betrachtet, genügen oft 150 dpi oder weniger. Ein kleines Bild aus dem Internet wird durch Hochrechnen nicht schärfer. Wie Pixel, ppi und dpi zusammenhängen, erklärt der Ratgeber Pixel, Auflösung und Bildformate.
Logos, Schriften und Linien sollten im Druck als Vektoren vorliegen. Dann sind sie unabhängig von der Auflösung immer scharf.
Das druckfertige PDF
Die meisten Druckereien erwarten ein PDF nach einem der PDF/X-Standards, etwa PDF/X-1a, PDF/X-3 oder PDF/X-4. Diese Standards stellen unter anderem sicher, dass Schriften eingebettet sind und Farbinformationen eindeutig sind. Layoutprogramme bieten passende Exportvorgaben an. Prüfen Sie vor dem Hochladen:
- Endformat plus Beschnitt korrekt angelegt?
- Alle Schriften eingebettet oder in Pfade umgewandelt?
- Bilder in ausreichender Auflösung und im richtigen Farbraum?
- Keine Schnitt- oder Passermarken im Beschnitt, wenn die Druckerei sie nicht wünscht?
- Seitenzahl bei Broschüren durch vier teilbar, wenn sie geheftet werden?
Papier, Veredelung und Proof
Papier verändert die Wirkung einer Gestaltung stark. Gestrichenes Papier, matt oder glänzend, lässt Farben brillanter wirken, ungestrichenes Naturpapier wirkt wärmer, saugt aber mehr Farbe auf und lässt Bilder etwas weicher erscheinen. Die Grammatur, also das Gewicht pro Quadratmeter, bestimmt die Haptik: Flyer liegen häufig zwischen 135 und 170 Gramm, Postkarten und Visitenkarten deutlich darüber. Veredelungen wie Lack, Folienkaschierung oder Prägung setzen Akzente.
Wenn Farben besonders wichtig sind, etwa bei Markenfarben oder Kunstdrucken, lohnt sich ein farbverbindlicher Proof. Er zeigt vor dem Auflagendruck, wie das Ergebnis tatsächlich aussieht.
Von Print zu Web und zurück
Viele Projekte brauchen beides: den Flyer und die Website, das Plakat und den Social-Media-Beitrag. Legen Sie dafür einmal fest, welche Farbwerte in RGB, HEX, CMYK und gegebenenfalls als Sonderfarbe zusammengehören, und halten Sie das Logo in Vektor- und Rasterversionen bereit. Wie ein Logo in allen Varianten vorbereitet wird, steht im Ratgeber Logo gestalten.
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Fragen und Antworten
Warum sehen gedruckte Farben anders aus als am Bildschirm?
Bildschirme mischen Farben aus Licht (RGB), Druckmaschinen aus Farbpigmenten (CMYK). Der CMYK-Farbraum ist kleiner, besonders leuchtende Blau-, Grün- und Orangetöne lassen sich nicht exakt drucken. Dazu kommen Papier und Bildschirmeinstellungen. Ein farbverbindlicher Proof zeigt das echte Ergebnis vorab.
Was ist Beschnitt beim Drucken?
Beschnitt ist ein Rand, um den Hintergrundfarben und randabfallende Bilder über das Endformat hinausreichen. Druckbögen werden nach dem Druck geschnitten, und dabei sind kleine Toleranzen unvermeidlich. Ohne Beschnitt können weiße Blitzer am Rand entstehen. Üblich sind 2 bis 3 Millimeter, maßgeblich ist die Vorgabe der Druckerei.
Welche Auflösung brauchen Bilder für den Druck?
Als Faustregel gelten 300 dpi in der tatsächlichen Druckgröße. Für große Plakate, die aus der Entfernung betrachtet werden, reichen oft deutlich weniger. Ein Bild künstlich hochzurechnen verbessert die Qualität nicht.
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