Favicon erstellen: Größen, Formate und Einbindung
Vom Logo zum kleinen Symbol im Browser-Tab: welche Favicon-Dateien heute genügen, wie Sie sie gestalten und mit wenigen Zeilen HTML einbinden.
Ein Favicon erstellen Sie, indem Sie aus dem Logo ein vereinfachtes, quadratisches Symbol ableiten und daraus wenige Dateien erzeugen: eine favicon.ico mit 32 × 32 Pixeln, ein SVG-Favicon, ein Apple-Touch-Icon mit 180 × 180 Pixeln und für installierbare Web-Apps zwei PNG-Icons mit 192 und 512 Pixeln. Mit vier bis fünf Zeilen im HTML-Kopf ist das Favicon eingebunden. Die langen Listen mit zwanzig Größen, die früher üblich waren, braucht heute kaum eine Website.
Wie Raster- und Vektorgrafik sich unterscheiden, erklärt der Ratgeber Pixel, Auflösung und Bildformate.
Wo das Favicon überall erscheint
Das kleine Symbol taucht an mehr Stellen auf, als man denkt:
- im Browser-Tab neben dem Seitentitel,
- in Lesezeichen und im Verlauf,
- auf dem Startbildschirm von Smartphones, wenn jemand die Seite dort ablegt,
- als App-Symbol, wenn die Website als Web-App installiert wird,
- in den Suchergebnissen von Google neben dem Namen der Website.
Die Darstellungsgrößen reichen damit von 16 Pixeln im Tab bis zu mehreren hundert Pixeln auf dem Startbildschirm.
Das Motiv gestalten
Ein gutes Favicon ist kein verkleinertes Logo, sondern ein eigenes, stark vereinfachtes Zeichen:
- Bildzeichen statt Wort-Bild-Marke: Aus einem Logo mit Schriftzug übernehmen Sie nur das Symbol. Gibt es keines, funktioniert oft der Anfangsbuchstabe in der Hausschrift.
- Quadratisch denken: Das Motiv füllt eine quadratische Fläche gut aus, mit einem kleinen Rand.
- Wenige, kräftige Formen: Dünne Linien und kleine Details verschwinden bei 16 Pixeln.
- Starker Kontrast: Das Symbol muss auf hellen und dunklen Browser-Leisten erkennbar sein.
- Markenfarbe nutzen: Eine kräftige Fläche in der Hauptfarbe hilft, das Tab schnell wiederzufinden.
Wie aus einem Logo ein klares Bildzeichen wird, beschreibt der Ratgeber Logo gestalten.
Die Dateien, die Sie brauchen
| Datei | Größe | Wofür |
|---|---|---|
favicon.ico |
32 × 32, optional zusätzlich 16 × 16 und 48 × 48 | ältere Browser und Programme, die automatisch im Stammverzeichnis suchen |
icon.svg |
skalierbar | moderne Browser, scharf in jeder Größe, Dunkelmodus möglich |
apple-touch-icon.png |
180 × 180 | Startbildschirm auf iPhone und iPad |
icon-192.png |
192 × 192 | Android und installierbare Web-Apps |
icon-512.png |
512 × 512 | Startbildschirm und Startbild installierter Web-Apps |
manifest.webmanifest |
Textdatei | verweist auf die beiden PNG-Icons, legt Name und Farben fest |
Für eine einfache Website ohne App-Anspruch genügen die ersten drei Dateien. Das Manifest und die beiden großen PNG-Icons lohnen sich, sobald jemand die Seite auf den Startbildschirm legen oder installieren soll.
Schritt für Schritt erstellen
- Motiv als Vektor anlegen, zum Beispiel in Figma, Inkscape oder Affinity, auf einer quadratischen Zeichenfläche.
- Als SVG exportieren und die Datei mit einem SVG-Optimierer verkleinern. Das Ergebnis ist Ihr
icon.svg. - PNG-Dateien exportieren in 180, 192 und 512 Pixeln. Für das Apple-Touch-Icon eine deckende Hintergrundfarbe verwenden, weil transparente Bereiche dort meist schwarz oder weiß gefüllt werden.
- Die ICO-Datei erzeugen. ICO ist ein Containerformat, das mehrere Größen enthalten kann. Viele Grafikprogramme und Favicon-Generatoren im Browser wandeln eine PNG-Datei um.
- Das Manifest schreiben, falls benötigt.
- Alle Dateien ins Stammverzeichnis der Website legen, die
favicon.icounbedingt dorthin.
Einbinden im HTML
Im <head> jeder Seite genügen diese Zeilen:
<link rel="icon" href="/favicon.ico" sizes="32x32">
<link rel="icon" href="/icon.svg" type="image/svg+xml">
<link rel="apple-touch-icon" href="/apple-touch-icon.png">
<link rel="manifest" href="/manifest.webmanifest">
Das Manifest enthält für die beiden PNG-Icons einen kurzen Eintrag:
{
"name": "Name der Website",
"icons": [
{ "src": "/icon-192.png", "type": "image/png", "sizes": "192x192" },
{ "src": "/icon-512.png", "type": "image/png", "sizes": "512x512" }
]
}
Browser, die SVG-Favicons unterstützen, nehmen die SVG-Datei, die anderen greifen auf die ICO-Datei zurück. Die Angabe sizes="32x32" bei der ICO-Datei verhindert, dass manche Browser sie dem SVG vorziehen.
Favicon im Dunkelmodus
Ein Vorteil des SVG-Favicons: Es kann auf den Dunkelmodus reagieren. Innerhalb der SVG-Datei steht dafür eine kleine Stilregel:
<svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" viewBox="0 0 32 32">
<style>
rect { fill: #5b21b6; }
@media (prefers-color-scheme: dark) { rect { fill: #c4b5fd; } }
</style>
<rect width="32" height="32" rx="6"/>
</svg>
So bleibt ein dunkles Symbol auf einer dunklen Tab-Leiste sichtbar. Nicht jeder Browser wertet diese Regel im Favicon aus. Wählen Sie deshalb ein Motiv, das in beiden Varianten ausreichend Kontrast hat. Mehr zu Aufbau und Optimierung von Vektorgrafiken steht im Artikel SVG im Webdesign.
Icons für installierbare Web-Apps
Wird eine Website als Web-App auf dem Startbildschirm abgelegt, schneiden manche Systeme das Icon in eine runde, abgerundet quadratische oder andere Form zu. Damit dabei nichts Wichtiges verloren geht, gibt es sogenannte maskierbare Icons. Das Motiv liegt dafür in einem sicheren Kreis in der Mitte, der Rest der Fläche ist mit der Hintergrundfarbe gefüllt. Im Manifest wird ein solches Icon mit "purpose": "maskable" gekennzeichnet.
| Icon-Art | Gestaltung | Manifest-Angabe |
|---|---|---|
| Standard-Icon | Motiv füllt die Fläche mit kleinem Rand | ohne purpose oder "purpose": "any" |
| Maskierbares Icon | Motiv nur in der inneren Kreisfläche, Hintergrund vollflächig | "purpose": "maskable" |
Ergänzend legen Sie im Manifest mit theme_color und background_color fest, in welcher Farbe Browserleiste und Startbild erscheinen. Im HTML-Kopf steuert <meta name="theme-color"> die Farbe der Adressleiste in manchen mobilen Browsern.
Favicon testen
Weil Browser Favicons hartnäckig zwischenspeichern, führt ein geändertes Symbol oft zur Frage, warum noch das alte angezeigt wird. So testen Sie zuverlässig:
- Dateien direkt aufrufen, etwa
/favicon.icound/icon.svg. Erscheint ein Fehler, stimmt der Pfad nicht. - In einem privaten Fenster öffnen, das keinen Cache vom letzten Besuch hat.
- Im Quelltext prüfen, ob die
link-Zeilen auf jeder Seite stehen, nicht nur auf der Startseite. - Auf hellen und dunklen Browser-Oberflächen ansehen, denn viele Menschen nutzen den Dunkelmodus.
- Auf einem Smartphone zum Startbildschirm hinzufügen und das Ergebnis auf iOS und Android vergleichen.
- Bei Änderungen den Dateinamen wechseln, etwa
icon-v2.svg, damit Browser die neue Datei sicher laden.
Favicon in den Google-Suchergebnissen
Google zeigt neben vielen Suchergebnissen das Favicon der Website. Damit das klappt, sollte das Favicon auf der Startseite im HTML-Kopf verknüpft sein, eine dauerhaft gleiche Adresse haben, für den Google-Crawler erreichbar sein und eine quadratische Form haben. Eine großzügige Größe, etwa ein Vielfaches von 48 Pixeln, sorgt für eine scharfe Darstellung. Bis ein neues Favicon in den Suchergebnissen erscheint, können Tage oder Wochen vergehen.
Favicon nach einem Relaunch oder Domainumzug
Beim Umzug auf ein neues System oder eine neue Domain geht das Favicon erstaunlich oft verloren, weil die Dateien im Stammverzeichnis lagen und beim Kopieren der Inhalte übersehen wurden. Nehmen Sie die Favicon-Dateien deshalb ausdrücklich in die Checkliste für den Relaunch auf. Behalten Sie die bisherigen Dateinamen bei oder leiten Sie alte Pfade weiter, damit Lesezeichen und Startbildschirm-Verknüpfungen ihr Symbol behalten. Ändert sich das Motiv selbst, etwa durch ein neues Logo, planen Sie ein, dass alte Versionen noch eine Weile in Browsern und Suchergebnissen auftauchen.
Häufige Fehler
- Das komplette Logo mit Schriftzug, das bei 16 Pixeln zu einem unleserlichen Fleck wird.
- Transparenter Hintergrund beim Apple-Touch-Icon, der vom Gerät unschön gefüllt wird.
- Falsche Pfade nach einem Umzug oder Relaunch, weil die Dateien nicht mitgenommen wurden.
- Zu viele Dateien aus alten Generatoren, die niemand mehr pflegt.
- Zu dunkles Symbol ohne Rand, das auf dunklen Browser-Leisten verschwindet.
Kurz-Checkliste
- vereinfachtes, quadratisches Motiv mit kräftigen Formen
-
favicon.icoim Stammverzeichnis -
icon.svgmit geprüftem Kontrast in hellem und dunklem Modus -
apple-touch-icon.pngmit 180 × 180 Pixeln und deckendem Hintergrund - bei Bedarf Manifest mit 192- und 512-Pixel-Icons
- Links im HTML-Kopf jeder Seite
- Test im privaten Fenster und auf einem Smartphone
Fragen und Antworten
Welche Größe muss ein Favicon haben?
Die klassische favicon.ico enthält mindestens 32 × 32 Pixel, oft zusätzlich 16 × 16 und 48 × 48. Für Apple-Geräte ist 180 × 180 Pixel üblich, für Android und installierbare Web-Apps 192 × 192 und 512 × 512 Pixel. Ein SVG-Favicon hat keine feste Größe, weil es als Vektorgrafik beliebig skaliert.
Warum wird mein Favicon nicht angezeigt?
Häufige Ursachen sind ein falscher Pfad, ein fehlender Link im HTML-Kopf oder der Browser-Cache, der das alte Symbol noch lange speichert. Rufen Sie die Favicon-Datei direkt im Browser auf, um den Pfad zu prüfen, und testen Sie in einem privaten Fenster. Suchmaschinen aktualisieren das Symbol in den Ergebnissen erst beim nächsten Crawlen.
Kann ich einfach mein Logo als Favicon verwenden?
Selten unverändert. Ein Favicon wird oft nur 16 oder 32 Pixel groß dargestellt, Text und feine Details sind dann nicht mehr zu erkennen. Besser ist das Bildzeichen des Logos oder ein einzelner Buchstabe in der Markenfarbe, auf eine quadratische Fläche reduziert.
Zeigt Google mein Favicon in den Suchergebnissen?
Google kann das Favicon neben dem Suchergebnis anzeigen, wenn es auf der Startseite korrekt im HTML-Kopf verknüpft ist, für den Crawler erreichbar ist und eine quadratische Form hat. Google empfiehlt dafür eine Größe deutlich über der Mindestgröße. Ob und wann es erscheint, entscheidet Google selbst.
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